Distriktkonferenz 2026: Unite for Good in Veitshöchheim
Die Distriktkonferenz 2026 des Rotary-Distrikts 1950 in den Mainfrankensälen Veitshöchheim stand ganz im Zeichen des Jahresmottos „Unite for Good“ und bildete den feierlichen Abschluss des rotarischen Jahres.
Bereits am Vorabend nutzten zahlreiche rotarische Freundinnen und Freunde das gemeinsame Abendessen im Bürgerspital Würzburg für erste persönliche Begegnungen und intensive Gespräche. Die Konferenz selbst verband Rückblicke auf das vergangene Jahr mit aktuellen gesellschaftlichen und humanitären Themen und machte zugleich die Vielfalt des rotarischen Engagements im Distrikt sichtbar.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf internationalen Hilfsprojekten, insbesondere der Unterstützung der Ukraine. Eindrücklich wurde dies durch eine emotionale Direktschaltung zu einem Sänger in der Ukraine, der mit einem kleinen Online-Konzert seinen Dank ausdrückte. Die Verbundenheit und Solidarität der rotarischen Gemeinschaft wurde dabei besonders spürbar.
Neben internationalen Themen standen auch soziale Initiativen wie ShelterBox im Fokus, die Menschen in Katastrophengebieten schnelle Hilfe leisten. Ebenso wurden Jugend- und Austauschprogramme sowie zahlreiche Distrikt- und Clubprojekte vorgestellt.
Ein Highlight war der Festvortrag von Prof. Martin Andree zur Frage, welchen Einfluss digitale Plattformen künftig auf Demokratie und Gesellschaft ausüben werden.
Am Ende der Konferenz übergab Governor Ekkehard Schippers das Amt an seinen Nachfolger Dirk Engels. Den stimmungsvollen Abschluss bildete eine Kellerführung mit kulinarischer Weinprobe im Staatlichen Hofkeller der Würzburger Residenz.
Jahresrückblick und rotarische Werte
Governor Ekkehard Schippers eröffnete seinen Rückblick mit dem Leitmotiv „Rotary lebt vom Wandel und Rotary ist Freude“ und verknüpfte es mit dem RI-Motto „Unite for Good“.
Er berichtete von 71 Clubbesuchen und rund 18.500 zurückgelegten Kilometern durch Thüringen, Franken und Nordbayern. Die Vielfalt des Distrikts bezeichnete er als besondere Stärke und Grundlage für den Zusammenhalt.
Inhaltlich stellte er die Zukunftsfähigkeit der Clubs in den Mittelpunkt: Rotary müsse einladender, flexibler und offener werden, um jüngere Generationen stärker einzubinden. Gleichzeitig würdigte er bewährte Bereiche wie Jugenddienst, Foundation-Arbeit und die Initiative „End Polio Now“.
Als zentrales Governorprojekt hob er die Unterstützung von Frauenhäusern hervor, an der sich alle 71 Clubs beteiligen. Zudem betonte er die Bedeutung rotarischer Werte wie Menschenwürde, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Respekt.
Hilfe für traumatisierte Familien in der Ukraine
Past-Governor Udo Feldkirchen berichtete über ein Global-Grant-Projekt zur Unterstützung traumatisierter Frauen und Kinder in der Ukraine.
Im Mittelpunkt standen therapeutische Camps in der Westukraine, die gezielt zur Verarbeitung von Kriegserfahrungen beitragen sollten. Fachkräfte aus Psychologie, Pädagogik und Therapie wurden ausgebildet und begleiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Das Projekt wurde mit über 101.000 US-Dollar aus dem Distrikt finanziert und durch zusätzliche Mittel auf rund 145.000 US-Dollar erweitert. Ein Folgeprojekt wird bereits geprüft.
Rotary-Ukrainehilfe als dauerhafte Aufgabe
Carola Schwank machte deutlich, dass die Unterstützung der Ukraine eine langfristige Aufgabe bleibt. Sie schilderte die dramatischen Auswirkungen des Krieges und betonte die humanitäre Verantwortung von Rotary.
Insgesamt wurden bereits Millionenbeträge mobilisiert – unter anderem für medizinische Hilfe, Energieversorgung, Wasseraufbereitung sowie Programme zur mentalen Gesundheit.
Kulturkonvoi „Voice-On“
Mit dem Kulturkonvoi „Voice-On“ wurde eine Initiative vorgestellt, die humanitäre Hilfe mit kultureller Verbundenheit verbindet.
Zu den Projekten zählen:
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Transport von Rettungswagen in die Ukraine
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Therapeutische Surfcamps für Jugendliche
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Digitale Auftrittsmöglichkeiten für ukrainische Musiker
Diese Projekte verbinden praktische Hilfe mit Begegnung, Resilienz und kultureller Nähe.

Festvortrag: „Digitalokratie“
Prof. Martin Andree warnte in seinem Vortrag „Game Over Democracy – Willkommen in der Digitalokratie“ vor der wachsenden Macht großer Plattformen.
Er zeigte, wie sich digitale Aufmerksamkeit auf wenige Konzerne konzentriert und welche Risiken dies für Demokratie, Medienvielfalt und öffentliche Meinungsbildung birgt. Gleichzeitig rief er dazu auf, durch politische Maßnahmen gegenzusteuern.

Diskussion über Medienmacht
Im Anschluss entwickelte sich eine intensive Diskussion über die Rolle digitaler Plattformen. Dabei wurde deutlich, dass demokratische Werte aktiv geschützt werden müssen und digitale Abhängigkeiten kritisch hinterfragt werden sollten.
Jugenddienst als Erfolgsgeschichte
Der Jugenddienst präsentierte sich als eine der stärksten Säulen des Distrikts. Anlass war auch das Jubiläum „50 Jahre Jugendaustausch“.
Mit steigenden Teilnehmerzahlen und weltweiten Austauschprogrammen zeigt sich die nachhaltige Wirkung dieses Engagements. Besonders emotional war die Vorstellung der Inbounds und Outbounds, die das Publikum begeisterten.
Rotaract und gesellschaftliches Engagement
Rotaract stellte die Bundessozialaktion „Ready for Life“ vor, die sich für mehr Defibrillatoren und Erste-Hilfe-Ausbildung einsetzt.
Für das kommende Jahr steht das Thema mentale Gesundheit im Fokus – mit Aufklärung, Kursen und konkreten Unterstützungsangeboten.
Gemeinschaft und Auszeichnungen
Eine unterhaltsame Verlosung sorgte für gute Stimmung und unterstrich den gemeinschaftlichen Charakter der Konferenz.
Zudem wurden zahlreiche Rotarierinnen und Rotarier für ihr Engagement ausgezeichnet. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Rotary Foundation und langfristiger Unterstützung.

Staffelübergabe
Ein emotionaler Höhepunkt war die Übergabe des Governoramts an Dirk Engels. Der Übergang wurde als Fortsetzung gemeinsamer Verantwortung verstanden.
Musikalischer Abschluss
Musikalisch wurde die Konferenz von Jazz, Akkordeon und Gesang begleitet. Der gemeinsame Gesang der rotarischen Hymne sorgte für einen besonderen Moment.
Mit Dank an alle Helferinnen und Helfer sowie einem feierlichen Ausklang im Hofkeller der Würzburger Residenz endete die Distriktkonferenz in familiärer und zugleich festlicher Atmosphäre.
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